Atlantikstrand und nordspanischer Nebel

kleines Päuschen irgendwo in den nordspanischen Bergen, ausnahmsweise mal mit freier Sicht
kleines Päuschen irgendwo in den nordspanischen Bergen, ausnahmsweise mal mit freier Sicht

 

Bis Spanien hab ich es dann doch nicht mehr ganz geschafft, aber trotzdem hatte ich am Abend wahnwitzige 680 km auf der Uhr. Das war ein guter Marathon. Feierabend war dann auf einem recht ruhigen Autobahnrastplatz, wo ich dann gut und relativ lange geschlafen habe und es am Morgen auch schön gemütlich habe angehen lassen. Die erste Ladung Wäsche im verschließbaren Eimer mit ein paar Waschnüssen und warm Wasser aufs Dach geschnallt, so dass sie durch die wilde Fahrt am Abend schön durchgeschüttelt und damit sowas ähnliches wie sauber war. Kommt gegen ne Waschmaschine noch nicht an, aber ich probiere das auf marokkanischer Piste spätestes nochmal, da sollte das dann eigentlich ein besseres Ergebnis erzielen. Weniger bedacht habe ich allerdings, dass ich ja noch ein paar Tage vor mir habe und somit wenig Zeit für ne gemütliche Draußentrocknung besteht. Nun ja...

Mittags dann der erste Atlantikkontakt! So oft bin ich die Strecke ja noch nicht gefahren, aber wenn, dann gab es auf jeden Fall immer einen kurzen Zwischenstopp in Biarritz, wo man eben das erste Mal direkt am Strand vorbeifährt. Also ne Stunde in den Sand gelegt, die Sonne genossen und die Füße mal in die auslaufende Brandung gesteckt und dabei die Surfer beobachtet. Schööööön! Und das kurz vor Weihnachten! So soll das sein!

Als ich dann am Abend auf der Suche nach einem Bankautomaten und offenem w-lan einfach mal nach Burgos reingefahren bin, zeigte das Thermometer allerdings 5 Grad an. Geglaubt hab ich das allerdings nicht. Erst als ich dann die Tür aufmachte und ausgestiegen bin. Brrrr, nee! So war das nicht gebucht! Kleine Runde Stadtspaziergang, Dieselgeld aus dem Automaten gezogen und schnell weiter. Kann nur besser werden, dachte ich. Falsch, kann noch nebliger werden! Den Rest des Abends und den nächsten Vormittag bin ich komplett durch dichteste Nebelsuppe gefahren. Schade, eigentlich ist Nordspanien ja auch recht ansehnlich. Da kam aber nix von durch. Am frühen Nachmittag klarte es auf und bis hinter die portugiesische Grenze konnte ich auch ganz gut gucken, dann ging es wieder los. Von Oben betrachtet, sieht Nebel im Tal ja immer wunderschön aus. Von unten nicht so.... Also hab ich mich dann größtenteils wieder im Nebel durch die Serra da Estrela westlich in Richtung Coimbra geschraubt. Natürlich immer schön abseits der Autobahnen über die schmalen Bergstraßen. Ist ja schon ne Herausforderung für so Flachlandkletterer wie mich. Aber Spaß macht es ja doch die Serpentinen rauf und runter zu kurven und die gute Oma Duck hat sich bisher auch wirklich tapfer geschlagen! Tatsächlich hat sich auch der Dieselverbrauch nach den ersten beiden Tankfüllungen mit bummelig 16,5 dann schlagartig auf 12,irgendwas eingependelt. Sehr angenehme Überraschung! Damit kann ich leben! Mal sehen, was sie jetzt auf der Bergetappe weggeschlürft hat...

Jetzt ist erstmal Pause bis morgen früh angesagt. Ich dürfte nicht mehr allzu weit von Coimbra entfernt sein, aber keine Lust auf Großstadtdschungel heute. Ich stehe an einer kleinen Straße etwas abseits der Strecke. Natürlich ohne w-lan, also kann ich den Bericht zwar schreiben, aber auch heute wieder nicht abschicken. In Coimbra war ich vor bummelig 20 Jahren schon einmal für ein oder 2 Tage. Kann mich erinnern, dass mir die Studentenstadt gefallen hat und ich in irgendeinem Abbruchhaus im Stadtzentrum gepennt habe. Mal sehen, ob ich mir morgen noch nen kleinen Rundgang gönne.

Der erste Morgen in Portugal aus meinem "Schlafzimmerfenster" - vielversprechend
Der erste Morgen in Portugal aus meinem "Schlafzimmerfenster" - vielversprechend

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Kommentare: 2
  • #1

    Niels (Donnerstag, 24 Dezember 2015 10:42)

    Moin Philip,
    und du entgehst dem Weihnachtsmann doch nicht ganz.^^ Fröhliche Weihnachten...Hehe...
    Das Burgos ne wirklich schöne aber auch echt kalte Stadt/Gegend ist, hätt ich Dir sagen können. Aber das muß man selber spüren^^ War da schon des öfteren auf der Wanderschaft. Ist übrigens auch eine Hochburg der spanischen konservativen PP. Sowas wie die bayrische CSU. Da kann es ja nur kalt sein^^
    12 komma sonstwas Liter Diesel, das freut mich. hab mir schon etwas Sorgen gemacht. Scheint, das sich die Oma langsam einläuft.
    Momentan bin ich richtig neidisch und zähle nur noch die Tage herunter, bis es auch für uns losgeht.
    So, laß es Dir gut gehen, genieß das portugisische Weihnachtsfest und guten Appetit beim Tofubraten...
    Niels

  • #2

    ly (Donnerstag, 24 Dezember 2015 10:48)

    Spannend!!:)
    Uh das klingt alles echt super. Und ich bekomm total Fehrnweh! -Gemeinheit;)
    Ich hoffe du hast es sehr gut und entspannt auf deiner Tour. Und genug Tofu und Pasta an Board.. Du weisst ja, Pasta mitnehmen und verticken - Spritgeld ist wieder drin.!
    Also jedenfalls super Bilder die du zeigst. Und ich bin gespannt auf die nächsten Texte.
    viel Spaß weiterhin und auffer Rücktour wieder reinschauen!:)
    Liebste Grüße, Ly
    achja, haste jetzt eigentlich Flens eingepackt? Und wie siehts mit den Sprachlichen Barrieren oder nicht-Barrieren aus? (Fleissig am französisch lernen? Hast du spanisch wieder drauf?..)