Durchs Rif

Und wieder rein in die Berge
Und wieder rein in die Berge

 

Nach einem langen Frühstück und alles zusammenpacken und jeder nochmal fix duschen ging es dann am recht späten Vormittag wieder auf die Straße. Oma Duck fährt diesmal in der Mitte. Erster Stopp: Tankstelle. Die Tanks waren schon recht leer, also einmal auffüllen zum Dieselpreis von umgerechnet knapp 70 Cent. Die Überraschung: Auf der letzten Etappe hat der Bus knapp 11,5 Liter auf 100km verbraucht, das ist definitiv Rekord! Oma Duck will fahren! Aber woran die Verbrauchsschwankungen liegen, ist mir noch nicht ganz klar. Selbst im anstrengenden Gebirge fährt sie sparsam und dann zwischendurch mal wieder relativ ebene Etappen mit über 16,5 Litern. Sonderbar...

Durch ein Dorf auf der Strecke
Durch ein Dorf auf der Strecke

 

 

Von Chefchaouen fahren wir östlich ins Rif. Zwei unserer drei Reiseführer schreiben, dass man als Tourist diese Strecke besser meiden soll und warnen ausdrücklich davor, da die Menschen hier angeblich mit allen Mitteln versuchen würden, einem Haschisch zu verkaufen, ob man will oder nicht. Wir wollen nicht, allerdings wollen wir uns mal angucken, wie weit das alles veraltete Panikmache ist. Tatsache ist, dass das Rifgebirge landschaftlich wirklich traumhaft schön ist, allerdings stellenweise reichlich vermüllt. Sehr schade! Man merkt auch, dass die ganze Gegend relativ auf sich allein gestellt ist und vom König wohl recht vernachlässigt wird.

An den Straßen stehen immer häufiger Menschen, die uns rufen, pfeifen und uns mit Zeichen klar zu verstehen geben, was sie von uns wollen. Irgendwann hängt auch in mindestens jedem dritten Auto ein Beifahrer aus dem Fenster, der uns mit einem Klumpen Hasch in der Hand zuwinkt und versucht, uns zum Anhalten zu überreden. Was teilweise schon recht abenteuerlich ist, wenn auf kurvigen Bergstraßen ein PKW neben einem fährt, aus dem ein Beifahrer halb aus dem Fenster hängt.... Trotzdem sind alle am grinsen und viele Menschen grüßen auch freundlich, ohne offene Verkaufsabsichten. Und da in dieser Gegend die Menschen eben oft nur vom Anbau leben, ist es auch klar, dass sie versuchen wollen, ihre Agrarprodukte für einen guten Kurs an Touristen zu verkaufen, von denen es sicherlich eh selten mal welche in diese Ecke Marokkos zieht, da die Warnungen in den Reiseführern sicherlich viele abschrecken.

Da sieht das alles noch sehr harmlos aus...
Da sieht das alles noch sehr harmlos aus...

 

 

Solange es nicht zu aufdringlich wird, sei ihnen die Chance auf jeden Fall gegönnt! Trotzdem bin ich froh, dass wir mit 3 Bussen unterwegs sind und versuchen, so gut es geht zusammenzubleiben.

Bei einer notwendigen Pinkelpause an einer Stelle, wo einmal kein Mensch zu sehen war, umringen uns schon nach einer Minute trotzdem mehrere Männer, fast jedes Auto stoppt und versucht uns, in deren Dorf zu lotsen. Ich fühle mich doch ein wenig unsicher und bin ein wenig angespannt. Wahrscheinlich wir alle. Trotzdem sind alle sehr freundlich und freuen sich sichtlich, dass sich mal deutsche Touris in ihre Gegend verirren. Als ein Polizeiauto anhält, zieht sich die Bevölkerung kurz zurück und nachdem wir den Polizisten klargemacht haben, dass wir nur kurz Pause machen um die Motoren runterzukühlen und wir die Menschen hier nicht kennen und mit ihnen nichts weiter zu tun haben, fahren sie auch wieder und es geht munter weiter.

Die Dörfer auf der Strecke sind auch reichlich interessant. Einfache Ansiedlungen mit integriertem Verkehrschaos. Hier fahren alle auf Zentimeter. Sobald sich irgendwo eine Lücke auftut, fährt man rein, wenn man irgendwie die Chance hat. Ob man dadurch nun schneller vorankommt oder den Knoten auf der Straße perfekt macht, ist egal! Lücke, rein da! Ich hätte davon gern hin und wieder Fotos gemacht, aber dazu ist kaum mal Platz gewesen.

Regenbogen in den Bergen
Regenbogen in den Bergen

Von Ketama geht es dann südlich weiter, die Straße, die sich zwischenzeitlich bis auf knapp 1700 Meter hoch schlängelt, ist in überwiegend gutem Zustand und lässt sich prima fahren, dennoch ist die Durchschnittsgeschwindigkeit kaum über 40 km/h, ich schätze eher darunter.

Als wir die gröbsten Berge hinter uns haben und auch die Einheimischen nur noch ohne Haschischklumpen freundlich winken, verzieht sich die Sonne auch langsam hinter die Berge und es wird Zeit, einen Schlafplatz zu suchen. Kurz vor Taounate finden wir einen schönen Platz an einem See, wo wir den Eindruck haben, da werden wir eine ruhige Nacht haben. Schnell einen großen Topf Nudeln gemacht und ein Schluck oder zwei vom letzten spanischen Flaschenbier und Feierabend ist!

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